St. Galler Chiromantie

Aus Artesliteratur
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Die St. Galler Chiromantie ist eine deutschsprachiges geordnetes Chiromantietraktat, das in St. Gallen, Stiftsbibl., Cod. 756, S. 245–254 (1. Hälfte des 15. Jahrhunderts) unikal überliefert ist.

Der Text ist eine stark kürzende Auswahlübersetzung der der Chiromantia des Pseudo-Johannes Hispalensis[1], wobei wahrscheinlich eine Fassung dieses Textes benutzt wurde, die nur das Proömium und Teil I der edierten Fassung umfasst. Die Übersetzung folgt dem lateinischen Text chronologisch. Da aber nicht nur einzelne Sätze, sondern auch ganze Abschnitte ausgelassen werden, bildet der deutsche Text einer eigenen Kapitelstruktur, die durch Überschriften explizit gemacht wird. Der lateinischen Vorlage folgend, beschränkt auch diese Chiromantie die Aussagekraft auf die naturlichen sitten vnd die naigung der Menschen (vgl.: Cyromancia est ars demonstrans mores et incilnationes hominum naturales …).

Überlieferung

St. Gallen, Stiftsbibl., Cod. 756, S. 244–254

Informationen zum Textereignis
Online-Informationen https://handschriftencensus.de/17013

http://dx.doi.org/10.5076/e-codices-csg-0756

Digitalisat https://www.e-codices.unifr.ch/de/csg/0756/245/0
Entstehungszeit 1. Hälfte d. 15. Jh.
Entstehungsort Süddeutschland/Schweiz
Illustrationen Vor dem Text auf S. 244: Seitenbreite kolorierte Federzeichnungen einer rechten und einer linken Handinnenfläche

mit zahlreichen Handlinien und weiteren Zeichen, ohne Beschriftung.

Forschungsliteratur

  • Frank Fürbeth, Das Johannes Hartlieb zugeschriebene 'Buch von der Hand' im Kontext der Chiromantie des Mittelalters, in: ZfdA 136 (2007), S. 449–479, hier S. 475.
  • Gustav Scherrer, Verzeichnis der Handschriften der Stiftsbibliothek von St. Gallen, Halle 1875 (Nachdruck Hildesheim/New York 1975), S. 249.
  • Johannes Duft, Aegid Tschudis Handschriften in der Stiftsbibliothek St. Gallen, in: Zeitschrift für Schweizerische Kirchengeschichte 53 (1959), S. 125–137, hier S. 134 (Nr. 104).
  • Marco Heiles, Prognostiken (Nr. 103a.), in: Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters, begonnen von Hella Frühmorgen-Voss und Norbert H. Ott, hg. von Ulrike Bodemann, Kristina Freienhagen-Baumgardt, Pia Rudolph und Nicola Zotz, Bd. 10 (Pilgerbücher - Rechtsspiegel, Rechtsbücher), München 2023.

Anmerkungen

  1. Vgl. Fürbeth, Frank: Das Johannes Hartlieb zugeschriebene ›Buch von der Hand‹ im Kontext der Chiromantie des Mittelalters. In: ZfdA 136 (2007), S. 449–479, hier S. 475.